Suche
Schließen Sie dieses Suchfeld.

Das Einheitliche Patentgericht (UPC): Die neuesten Trends im Überblick

LinkedIn
X
E-Mail

Das Einheitliche Patentgericht (UPC) ist ein internationaler Rechtsrahmen, der für die Bearbeitung von Patentstreitigkeiten geschaffen wurde und ein einziges, einheitliches System zur Durchsetzung von Patenten in mehreren europäischen Ländern bietet. Das neue System trat am 1. Juni 2023 in Kraft, und es hat sich eine Reihe von Trends abgezeichnet.

UPC Gerichtsprozesse

Nach den jüngsten Berichten sind derzeit insgesamt 52 Fälle vor dem UPC anhängig. UPC berichtete auch, dass innerhalb eines Monats 236 Schutzbriefe eingereicht wurden. Eine anhaltende Herausforderung stellt jedoch die Datenverwaltung dar, da einige gemeldete Fälle im Case Management System (CMS) und im Fallregister des UPC nicht sichtbar sind. Nebenbei bemerkt hat MaxVal seine UPC-Fallliste seit dem Start des UPC wöchentlich aktualisiert

Bei den Fällen, die zustande gekommen sind, zeichnet sich ein Muster ab: Bislang wurden 35 Verletzungsverfahren und 6 Nichtigkeitsverfahren eingeleitet. Diese Verfahren sind im Verfahrensregister des EPG erfasst. Außerdem sind 3 Verfahren für vorläufige Maßnahmen in das CMS aufgenommen worden. Die verbleibenden Fälle sind Berichten zufolge auf die örtlichen Abteilungen in Mailand, München, Düsseldorf, Wien und Helsinki verteilt. 

Betrachtet man die geografische Verteilung der Verfahren, so stammen etwa 35 % aus dem Bereich des Amtsgerichts München. Während München bei diesen Verfahren frühzeitig die Führung übernommen hat, legen andere deutsche Gerichte wie Mannheim und Düsseldorf mit 15 % bzw. 10 % der Fälle zu. Es überrascht nicht, dass die meisten Verfahren in deutscher Sprache eingereicht werden (26), wobei Englisch (14) die zweithäufigste Sprache für die Einreichung ist.

Einheitspatentanträge und Opt-Out-Dynamik

Das offizielle Dashboard des EPA zeigt, dass bis zum 28. August 2023 etwa 7.700 Anträge auf einheitliche Wirkung und 7.265 Registrierungen eingegangen sind. Bei genauerer Betrachtung der Trends im Patentbereich lässt das derzeitige Tempo darauf schließen, dass Patentinhaber täglich 70 bis 80 Anträge auf einheitliche Wirkung stellen. 

Eine genauere Analyse des Herkunftslandes offenbart die frühen Anwender und ihre Präferenzen. Patentinhaber aus den Vereinigten Staaten sind zwar führend bei der Beantragung von Einheitspatenten, doch ist ihre Zahl im Vergleich zu ihren europäischen Kollegen im Verhältnis zu den in Frage kommenden EP-Erteilungen immer noch relativ gering. Darüber hinaus nehmen asiatische Patentinhaber aus Japan, China und Südkorea Einheitspatente relativ seltener in Anspruch.

Diverse Sektoren und prominente Akteure

Was die Sektoren anbelangt, so sind das Gesundheitswesen, die Telekommunikations- und die Softwarebranche die Spitzenreiter bei der Einführung von Einheitspatenten. Zu den wichtigsten Anmeldern gehören Volvo, Vestas Wind Systems, L'Oreal, Philips und Siemens.

Opt-Out-Dynamik und Rückzugsmuster

Ein kritischer Aspekt bei der Gründung des UPC war das Opt-out-Verfahren. Während der Sunrise-Periode wurden sage und schreibe 500.000 Patente aus der Gerichtsbarkeit des EPG ausgeschlossen. Diese Opt-outs machen 16 % aller anhängigen Anmeldungen und beachtliche 40 % aller in Kraft befindlichen Patente beim Europäischen Patentamt aus.

Die Rate der Opt-outs ist weiterhin dynamisch, täglich werden etwa 300 Patente widerrufen. Diese Opt-out-Raten lassen je nach Herkunftsland unterschiedliche Muster erkennen. Italien, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten, die Niederlande, Österreich und Deutschland weisen höhere Opt-out-Raten auf, während Japan, Frankreich, China und Südkorea zu niedrigeren Opt-out-Raten neigen.

Die Zahl der Rücknahmen nach dem Opt-out lag bei 412. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die Rücknahme des Opt-out ein Hinweis auf ein bevorstehendes Vertragsverletzungsverfahren vor dem EPG sein könnte. 

Auswirkungen und Zukunftsperspektiven

Während sich das Einheitliche Patentgericht weiterentwickelt, bieten diese Trends und Statistiken einen Einblick in die aktuelle Dynamik der Patentlandschaft in Europa. Die vielfältige Beteiligung aus verschiedenen Sektoren, die geografischen Unterschiede bei den Opt-out-Raten und die Zahl der Anträge auf Erteilung eines Einheitspatents zeichnen ein Bild des sich entwickelnden Ökosystems für geistiges Eigentum. Während juristische und technische Köpfe zusammenkommen, um den Verlauf von Patentstreitigkeiten zu gestalten, bleibt der Einfluss des UPC auf Innovation und Schutz ein Thema, das laufend beobachtet und analysiert wird.

LinkedIn
X
E-Mail

Haben Sie inhaltliche Wünsche?

Sie können es uns unter [email protected] mitteilen.

Neueste Blogbeiträge

Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter

Schließen Sie sich über 30.000 Gleichgesinnten an! Registrieren Sie sich für die neuesten IP-Einsichten.

Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter

Schließen Sie sich über 30.000 Gleichgesinnten an! Melden Sie sich für exklusive Inhalte an und erhalten Sie die neuesten IP-Informationen direkt in Ihren Posteingang.

Zum Inhalt springen