In dieser Folge unserer Reihe "Im Gespräch" unterhält sich Elisa Cooper, VP of Marketing bei MaxVal, mit Amy Elizabeth Rufe über ihre Karriere im Bereich des geistigen Eigentums (IP), die Entwicklung dieses Bereichs und die Trends, die die Zukunft des IP-Managements bestimmen. Amys umfassender Hintergrund in den Bereichen Vertrieb, Beratung und Führungsaufgaben gibt ihr eine einzigartige Perspektive auf die Herausforderungen und Chancen, mit denen IP-Fachleute heute konfrontiert sind.
Elisa Cooper: Können Sie mir etwas über Ihren Hintergrund erzählen und darüber, was Sie ursprünglich zum Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes hingezogen hat? Wie hat sich Ihre Karriere im Laufe der Zeit entwickelt?
Amy Elizabeth Rufe: Ich habe so ziemlich meine ganze Karriere im IP-Bereich verbracht. Ich scherze manchmal, dass ich mein erstes Patent auf dem Spielplatz gelesen habe! Angefangen habe ich im Vertrieb eines kleinen Unternehmens namens Smart Patents. Die Gründer dieses Unternehmens sind Patentanwälte, die heute Ikonen in diesem Bereich sind und in die Patent Hall of Fame aufgenommen wurden. Dieses Startup-Unternehmen im Silicon Valley war eine prägende Erfahrung für mich und hat mein Interesse an geistigem Eigentum geweckt.
Nach einigen Jahren im Vertrieb bei Thomson Reuters / Clarivate wechselte ich in den Bereich Sales Engineering - was wir hier bei MaxVal als Lösungsberatung bezeichnen. Ich rekrutierte das Sales Engineering Team und leitete gleichzeitig das Account Management Team. Das war eine großartige Kombination, denn die Pre-Sales-Experten und die Post-Sales-Kundenzufriedenheitsteams arbeiteten wie eine gut geölte Maschine zusammen.
Ich habe auch einige Zeit im Bereich der IP-Dienstleistungen gearbeitet, insbesondere im Bereich der IP-Verwaltung. In letzter Zeit war ich in der Beratung tätig, wo ich eng mit Kunden bei der Auswahl von IPMS-Systemen zusammenarbeite und sie bei der Durchführung von Ausschreibungen unterstütze, um eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen. Meine Erfahrung mit Hunderten von Ausschreibungen auf beiden Seiten des Tisches hat mir einen einzigartigen Einblick in die Bedürfnisse der Kunden bei der Auswahl eines Systems gegeben.
Elisa Cooper: Was hat Sie dazu bewogen, die meiste Zeit Ihrer Karriere im IP-Bereich zu bleiben?
Amy Elizabeth Rufe: Geistiges Eigentum ist ein faszinierendes Gebiet - die Menschen, mit denen ich jeden Tag zu tun habe, sind auf dem neuesten Stand der Technik. Ob es um neue Entwicklungen in der Biotechnologie, im Ingenieurwesen oder bei Software geht, sie arbeiten an den neuesten und besten Innovationen.
Aber es ist nicht nur die Technologie, die mein Interesse weckt. Auch die geschäftliche Seite des geistigen Eigentums hat sich stark weiterentwickelt. Heute geht es nicht mehr nur darum, ein großes Patentportfolio aufzubauen - es geht darum, strategisch vorzugehen und den geschäftlichen Wert hinter diesen Patenten zu verstehen. Dieser strategische Wandel hat das geistige Eigentum viel interessanter und einflussreicher gemacht.
Elisa Cooper: Was sind Ihrer Meinung nach einige der größten Herausforderungen, denen sich IP-Fachleute heute stellen müssen?
Amy Elizabeth Rufe: Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass die IP-Teams mit weniger Ressourcen und geringeren Budgets mehr leisten müssen. Als ich im gewerblichen Rechtsschutz anfing, gab es zum Beispiel noch keine Portfoliobereinigung - die Unternehmen haben einfach große Portfolios angehäuft und alles für immer behalten. Aber jetzt, mit knapperen Budgets, müssen sie viel strategischer vorgehen. Wenn ein Patent für ihre Strategie nicht von zentraler Bedeutung ist, müssen sie es entweder vermarkten, lizenzieren oder es loswerden.
Um diese größere Arbeitsbelastung mit weniger Ressourcen zu bewältigen, ist eine leistungsfähige Technologie unabdingbar geworden. Die Unternehmen, die in robuste technologische Lösungen investiert haben, sind diejenigen, die an der Spitze bleiben können.
Elisa Cooper: Welche wichtigen Trends sehen Sie in der IP-Landschaft in den nächsten fünf Jahren?
Amy Elizabeth Rufe: Ich denke, eine der größten Veränderungen ist, dass geistiges Eigentum nicht mehr nur als juristische Funktion gesehen wird, sondern zu einer wichtigen Geschäftsfunktion wird. Den Aktionären wird darüber berichtet, und es wird in den Bilanzen ausgewiesen. Und natürlich gibt es jetzt Funktionen wie Chief IP Officers als Teil der Führungsetage. Dies ist eine große Veränderung gegenüber der traditionellen Sichtweise auf geistiges Eigentum.
Ein weiterer Trend ist die explosionsartige Entwicklung fortschrittlicher Technologien in diesem Bereich. Vor allem die KI wird eine große Rolle spielen. Die meisten großen Analysten gehen davon aus, dass die KI im Bereich des geistigen Eigentums in den nächsten fünf Jahren erheblich zunehmen wird, und das wird die Art und Weise, wie wir geistiges Eigentum verwalten, völlig verändern - von der Suche über das Portfoliomanagement bis zur Bewertung.
Elisa Cooper: Wie werden sich Ihrer Meinung nach die IP-Dienste in den kommenden Jahren entwickeln?
Amy Elizabeth Rufe: Ich denke, es gibt zwei Schlüsselbereiche, in denen wir Veränderungen sehen werden. Erstens ist die Portfoliobewertung immer wichtiger geworden. Die Unternehmen verlassen sich auf mehrere Tools und Dienste, um eine genaue Bewertung ihrer Portfolios zu erhalten, nicht nur für die interne Strategie, sondern auch für die Berichterstattung an die Aktionäre in ihren Bilanzen.
Zweitens: Die Technologie wird den Wandel weiter vorantreiben. Das schnelle Wachstum neuer Tools verändert die Art und Weise, wie Unternehmen ihr geistiges Eigentum verwalten. Ob es sich um KI für die Suche, die Verwaltung von Portfolios oder die Bewertung handelt, diese Tools werden in Zukunft unverzichtbar sein.


